· Pressemitteilung

Christoph Scharf bleibt für eine letzte Amtsperiode Vorsitzender der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Laufen-Leobendorf

Markus Leitner
Ortsgruppenvorsitzender Christoph Scharf, Sabrina Schauer (stellvertretende Technische Leiterin), Marion Scharf (Jugendleiterin) und der Technische Leiter Nico Grothaus (von links).
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Der Technische Leiter Nico Grothaus, Jugendleiterin Marion Scharf, Ortsgruppenvorsitzender Christoph Scharf und die stellvertretende Technische Leiterin Sabrina Schauer (von links).
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Ortsgruppenvorsitzender Christoph Scharf hatte mit viel Herzblut kritisiert, dass die BRK-Wasserwacht am Abend des 30. Oktobers bei einer Personenrettung aus der Salzach auf Höhe des Schifferdenkmals von der Leitstelle Traunstein überhaupt nicht für ihre primäre Aufgabe zum Einsatz alarmiert worden sei, die Freiwillige Feuerwehr Laufen aber schon.
Markus Leitner
Bürgermeister-Stellvertreter Maximilian Lederer dankte der BRK-Wasserwacht im Namen der Gemeinde Saaldorf-Surheim und der Stadt Laufen für ihr gesellschaftliches Engagement und lobte Christoph Scharf als Mann der klaren Worte: „Es ist wichtig, dass wir Leute wie Dich vorne dran haben, die bei Problemen Klartext sprechen und mit ihren Taten voranschreiten. Klarheit vor Schonung! Vieles hier steht und fällt mit Deiner Persönlichkeit!“
Markus Leitner
Die 35-jährige Sabrina Schauer übergibt nach 16 Jahren die Aufgaben der Technischen Leiterin an ihren bisherigen Stellvertreter Nico Grothaus (30) und steht ihm in Zukunft als Stellvertreterin zur Seite.
Markus Leitner
Der 30-jährige Christian Pollhammer hat sein Amt als Jugendleiter nach acht Jahren an seine bisherige Stellvertreterin Marion Scharf übergeben.
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Der 30-jährige Christian Pollhammer hat sein Amt als Jugendleiter nach acht Jahren an seine bisherige Stellvertreterin Marion Scharf übergeben.
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Der Ehrenvorsitzende der BRK-Kreis-Wasserwacht, Rudi Schierghofer, dankte der Laufener Wasserwacht für ihr Engagement und leitete die Neuwahlen.

LAUFEN/LEOBENDORF (ml) – Der 40-jährige Christoph Scharf hat für eine letzte Amtsperiode kandidiert, bleibt die kommenden vier Jahre nach einer einstimmigen Wiederwahl Vorsitzender der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Laufen-Leobendorf, wünscht sich aber für die Zeit danach einen Nachfolger, der in seine großen Fußstapfen tritt. Ihn kennt jeder rund um den Abtsdorfer See, da er einer alten Wasserwacht-Familie entstammt, die seit Jahrzehnten den Wasserrettungsdienst gewährleistet und die Rotkreuz-Arbeit in der Salzach-Stadt mit Leben erfüllt – die Leute stehen hinter ihm, sind hoch motiviert und er kann sich auf jeden Einzelnen verlassen. Als routinierter und erfahrener Intensiv-Krankenpfleger vermittelt er seinen Kameraden in Aus- und Fortbildungen sehr praxisnah das bei den oft lebensrettenden Einsätzen entscheidende Wissen und Können aus der Notfallmedizin.

Vom Ruderboot zur neuen Wachstation mit Motorrettungsboot und mobiler Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) mit zwei Fahrzeugen
Die 35-jährige Sabrina Schauer übergibt nach 16 Jahren die Aufgaben der Technischen Leiterin an ihren bisherigen Stellvertreter Nico Grothaus (30) und steht ihm in Zukunft als Stellvertreterin zur Seite. Der Feinwerkmechaniker ist seit 2014 ehrenamtlich in der Wasserwacht aktiv und engagiert sich als Wasserretter, Sanitäter und Bootsführer. Schauer ist vielen Einheimischen als Sekretärin des Bürgermeisters und der Geschäftsleitung im Laufener Rathaus, aber auch als Einsatzleiterin Wasserrettung bekannt. Sie ist seit Kindesbeinen an in der Wasserwacht aktiv, mit dem Ehrenamt groß geworden und wurde 2021 auch als neue Vorsitzende der Kreis-Wasserwacht gewählt: „Wir sind zwar die kleinste Ortsgruppe im Landkreis, haben die letzten 16 Jahre aber wirklich viel erreicht, da alle stets mit angepackt haben: Ursprünglich war nur ein Ruderboot da, heute haben wir eine mobile SEG, unser modernes Rettungsboot „Sissi“, eine neue Wachstation, Notrufsäulen am See und zwei Einsatzfahrzeuge!“ 2024 konnte die Laufener Wasserwacht für 500  Euro einen ausgesonderten BMW X3 von der Flughafenfeuerwehr München kaufen, für knapp über 5.000 Euro technisch und optisch auf Vordermann bringen und dann als Einsatzleitfahrzeug zusätzlich zu ihrem Wasserrettungsfahrzeug in Dienst stellen. Schauer blickte auf ihre Dienstzeit als Technische Leiterin zurück, die von vielen Meilensteinen geprägt war, darunter die Hochwasser-Katastrophe 2013, ein neues Schlauchboot (2014), dem Einzug in die neue Wasserrettungswache am Laufener Feuerwehrhaus, das neue SEG-Fahrzeug und die Gründung der mobilen SEG (2017), die Gründung einer Tauchergruppe (2018), ein neues Raft und die Schnee-Katastrophe (2019), ein neues Motorrettungsboot (2020), die Hochwasser-Katastrophe 2021 und der Neubau der Wachstation ab 2023.

Seit Oktober neue Jugendgruppe
Der 30-jährige Christian Pollhammer hat sein Amt als Jugendleiter nach acht Jahren an seine bisherige Stellvertreterin Marion Scharf übergeben. Die 39-Jährige ist seit 2001 in der Wasserwacht aktiv, arbeitet beruflich als Notariatsfachangestellte, ist mit Ortsgruppenvorsitzenden Christoph Scharf verheiratet und engagiert sich neben der Jugendarbeit ehrenamtlich als Wasserretterin, Sanitäterin und seit 2019 auch in der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV), wobei sie Betroffene und Kollegen nach besonders belastenden Einsätzen mit schwer Verletzten und Toten betreut. Sie kümmert sich um das Organisatorische; ihre Stellvertreterin Shetty Ayed (21) betreut zusammen mit Tamina Backe (24) in den Gruppenstunden die Kinder und Jugendlichen. Pollhammer hatte noch im September die seit Jahren bestehende Jugendgruppe altersbedingt aufgelöst und die zehn 13 bis 16-Jährigen in die aktive Mannschaft integriert. Seit Oktober kümmert sich bereits die neue Leitung um die derzeit sieben Mädchen im Alter zwischen neun und zehn Jahren. Wie sehr die Jugendarbeit fruchtet, hat sich 2024 am Abtsdorfer See gezeigt, als plötzlich ein Schwimmer vermisst wurde und die Nachwuchs-Wasserretter Luca und Laura wie im Lehrbuch den Einsatz aufnahmen und die Suche in die Wege leiteten, die dann abgebrochen wurde, da der Vermisste wohlbehalten aufgetaucht war. Für den Nachwuchs war 2024 neben Aus- und Fortbildung viel geboten, darunter ein Besuch der Leitstelle, eine Müll-Sammelaktion mit der Feuerwehrjugend, Gruppenstunden am See und in Laufen und Schwimmtraining im Badylon.

Wieder mehr Präsenz am See
Die mobile SEG war am 29. April bei der Suche nach einer vermissten und später tot aufgefundenen 89-Jährigen auf der Salzach im Einsatz, am 11. Juni wegen eines in der Saalach schwimmenden Hirschs und überregional bei der Bundespolizei-Fliegerstaffel in Oberschleißheim für Rettungseinsätze beim Sommer-Hochwasser. Wasserwacht-Luftetter Valentin Portisch bekam für seine Einsätze am Heli die Fluthelfer-Nadel verliehen. Die Wasserwacht musste auch mehrere Veranstaltungen absichern, darunter das dreitägige Mittelalterfest in der Salzachschlaufe, das Schifferstechen an der Salzach, bei dem zwei Erschöpfte an Ufer gebracht werden mussten. Mit der 2024 fertiggestellten und gut ausgestatteten Wachstation fühlen sich die ehrenamtlichen Lebensretter richtig wohl; sie sind deshalb auch nach Dienstschluss gerne oft noch deutlich länger am Abtsee präsent und konnten wiederholt schnell helfen, weil gerade am Abend noch was passiert ist, darunter ein gebrochener Fuß am Freizeitgelände, eine Stand-Up-Paddle-Fahrerin mit medizinischen Problemen bei Fisching, ein Schlaganfall im Strandbad und eine Vermisstensuche.

„Wir sind nicht so Viele wie in den anderen heimischen Wasserwachten, alle sind ohne Ausnahme aber sehr aktiv und packen immer mit an, wobei wir auf breite und fundierte medizinische, aber auch handwerkliche Qualifikationen zählen können, die vor allem beim Neubau unserer Wachstation wichtig waren! Ich kann mich stets auf alle verlassen!“, lobte Scharf. Damit im Ernstfall alles klappt, sind die ehrenamtlichen Einsatzkräfte umfassend aus- und fortgebildet: 2024 haben Vanessa Apprich, Leni Geigl und Tamina Backe ihren Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst absolviert, Christoph Scharf, Nico Grothaus, Shetty Ayed und Sabrina Schauer den Helferführerschein für Einsatzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen, Shetty Ayed ist neue Ausbilderin fürs Rettungsschwimmen und Nico Grothaus neuer Rettungstaucher. Für die gesamte Mannschaft fanden neben den wöchentlichen Übungsabenden und dem Schwimmtraining im Badylon auch Online-Schulungen und Fortbildungen zur Wasserrettung, Einsatzfahrten, Wettergefahren, dem Massenanfall an Verletzten, zur hubschraubergestützten Wasserrettung und der psychosozialen Notfallversorgung statt. Highlights waren eine Eisübung am Freilassinger Auweiher (dort war heuer am 4. Januar auch ein Eis-Einbruch), drei gemeinsame Bootsübungen mit der Feuerwehr Laufen auf der Salzach, eine Übung zur Bergung von verunfallten Tauchern, eine Teambuilding-Übung, weitere Übungen mit dem Motorboot, zu medizinischen Notfällen, Abseilen am Übungsturm und zum Funk und Besuche in der Leitstelle und der Luftrettungsstation in Traunstein.

2025 erhöht sich der Mitgliedsbeitrag in der Wasserwacht landkreisweit einheitlich von jährlich 24 auf 25 Euro. Insgesamt kamen letztes Jahr rund 2.250 dokumentierte ehrenamtliche Stunden bei Wachdiensten am See (720), Sanitätsdiensten (120), Aus- und Fortbildung (680), in der Jugendarbeit (480) und in der Vorstandsarbeit (250) zusammen. Ausrüstung, Unterhalt und Betrieb kosten jede Menge Geld, weshalb das Rote Kreuz aktuell auch wieder im nördlichen Landkreis um Fördermitglieder wirbt. Letztes Jahr hatte die Laufener Wasserwacht knapp über 12.000 Euro an Ausgaben für Kauf, Reparatur und Beklebung ihres gebraucht gekauften Einsatzleitfahrzeugs (5.600), Bekleidung (3.000), 1.200 (Lehrgänge), Ausrüstung (800), Eintritte ins Badylon (700), Ausrüstung fürs Schwimmtraining (360), TÜV (150) und den Eigenanteil für ein neues Rettungsbrett (100). Dem gegenüber stehen nur knapp unter 5.500 Euro an Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen (1.344), Spenden (1.330), Erlösen aus einem Sanitätsdienst (1.000), den Rettungsdienst-Zuschuss für das Einsatzleitfahrzeug (500) und die Abrechnung einer Erstversorgung (305).

BRK-Wasserwacht wird nicht zu Personenrettung aus der Salzach alarmiert
Bürgermeister-Stellvertreter Maximilian Lederer dankte der BRK-Wasserwacht im Namen der Gemeinde Saaldorf-Surheim und der Stadt Laufen für ihr gesellschaftliches Engagement und lobte Christoph Scharf als Mann der klaren Worte: „Es ist wichtig, dass wir Leute wie Dich vorne dran haben, die bei Problemen Klartext sprechen und mit ihren Taten voranschreiten. Klarheit vor Schonung! Vieles hier steht und fällt mit Deiner Persönlichkeit!“ Scharf hatte unmittelbar zuvor mit viel Herzblut kritisiert, dass die BRK-Wasserwacht am Abend des 30. Oktobers bei einer Personenrettung aus der Salzach auf Höhe des Schifferdenkmals von der Leitstelle Traunstein überhaupt nicht für ihre primäre Aufgabe zum Einsatz alarmiert worden sei, die Freiwillige Feuerwehr Laufen aber schon. Seine Nachfrage bei der Leitstelle hätte dann ergeben, dass die zunächst alarmierte Feuerwehr Oberndorf bei Salzburg grenzüberschreitend nur die Feuerwehr, nicht aber die Wasserwacht nachgefordert hätte. Ihn ärgert es, dass die Leitstelle Traunstein nicht mal den Einsatzleiter Wasserrettung informiert hatte und dass der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) nach Artikel 18 des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes (BayRDG) zwar die BRK-Wasserwacht mit der Durchführung der Wasserrettung beauftragt hat, das ganze System aber seit Jahren sehr feuerwehrlastig sei: „Es muss schlichtweg darum gehen, dass den Leuten in der Not gut geholfen wird und dass alle überleben!“

Die Feuerwehr Oberndorf schreibt konkret zum besagten Einsatz auf ihrer Homepage: „Sämtliche Fahrzeuge der Feuerwehr Oberndorf begaben sich daraufhin an den Uferbereich entlang der Salzach, um Rettungsschwimmer und Fußmannschaft abzusetzen und den Uferbereich auszuleuchten. Die vermisste Person wurde von einem Fahrzeug am Ufer durchnässt aufgefunden und daraufhin betreut. Nach unterschiedlichen Aussagen am Einsatzort war kurzfristig dann noch von einer weiteren vermissten Person auszugehen. Daraufhin kam der Entschluss, die Drohnengruppe Flachgau zu alarmieren, um großräumig aus der Luft die Salzach schnellstmöglich und effektiv abzusuchen. Beim Eintreffen des Einsatzleitfahrzeugs Flachgau und der Drohnenpiloten verdichtete sich der Ermittlungsstand der Polizei, und es kam zur Klarstellung, dass nur eine Person betroffen war. Somit konnte der Einsatz nach einer Stunde abgebrochen werden. Alarmiert wurden: Feuerwehr Oberndorf (42 Personen) mit 6 Fahrzeugen, Feuerwehr Laufen mit Einsatzleitfahrzeug (2 Personen) und Boot (3 Personen), Abschnittsfeuerwehrkommandant 1 Flachgau, Einsatzleitfahrzeug Flachgau (3 Personen) mit Drohne und Drohnenpiloten (4 Personen), Wasserrettung LV Salzburg (20 Personen) mit 5 Fahrzeuge, Polizei (7 Personen) und zwei Streifenwagen.“