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Geplante winterliche Watzmann-Überschreitung endet für zwei junge Münchner mit Rettung durch die Bergwacht Ramsau

Das Gerät für jedes Gelände & Wetter: Der Pinzgauer der Bergwacht Ramsau an der Stubenalm am Watzmann.
Die Bergwacht Ramsau brachte das Duo mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) bis zur Stubenalm und von dort aus mit dem Pinzgauer ins Tal.

RAMSAUER FORST – Die Bergwacht Ramsau hat am vergangenen Samstagvormittag zwei hochmotivierte abenteuerlustige junge Münchner gerettet, die eigentlich die durch Kälte, Schnee und Eis zu dieser Jahreszeit sehr anspruchsvolle Watzmann-Überschreitung machen wollten, aber bereits im Aufstieg wegen des Nebels zwischen der Falzalm und dem Watzmannhaus die Orientierung verloren hatten und deshalb einen Notruf absetzten, was vermutlich Schlimmeres verhindert hat.

Die beiden 33 und 35 Jahre alten Abenteurer kamen im Schnee langsamer als erwartet voran, waren bereits sehr lange unterwegs und hatten im Schneetreiben und Nebel Orientierungsprobleme, so dass sie das Watzmannhaus als ihr Zwischenziel nicht erreichen konnten, weshalb sie gegen 10.15 Uhr bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf absetzten. Zunächst wollten sie nur den Rat der Bergwacht einholen und wissen, was ihre Rettung denn kosten würde, wobei wegen der Kälte der Handy-Akku des Anrufers zusammenbrach. Das Duo wusste nur, dass es irgendwo unterhalb des Watzmannhauses war, konnte aber weder die genaue Höhe noch den Standort angeben; letztlich entschieden sich die Münchner dann dafür, dass die Bergwacht sie abholen soll.

Da wegen der schlechten Sicht kein Heli fliegen konnte und die Retter zeitaufwendig mit Fahrzeugen und zu Fuß ausrücken mussten, forderte der Einsatzleiter die Münchner auf, ihre eigene Spur im Schnee zurückzugehen, damit sie die Wartezeit verkürzen, nicht frieren und auch nicht unterkühlen. Mit dem Pinzgauer und Schneeketten schafften es die Retter bis zur Stubenalm; das All-Terrain-Vehicle (ATV) konnte weiter bis zur Klima-Station des Nationalparks fahren, wo den Rettern bereits die beiden Männer entgegenkamen. Die Bergwacht kümmerte sich um den Wärme-Erhalt der Frierenden, fuhr sie mit dem ATV bis zur Stubenalm und von dort aus mit dem Pinzgauer ins Tal, wo sie weiter mit heißen Getränken versorgt wurden und sich in der Bergrettungswache aufwärmen konnten.

Im Gespräch mit den Rettern kam dann heraus, dass das Watzmannhaus nur als Etappenziel gedacht war und das alpine Unternehmen der winterlichen Grat-Überschreitung die allererste Bergtour für einen der beiden Männer war, der sich kurz davor dafür noch Steigeisen besorgt hatte. Trotz ihres Misserfolgs machte das Duo den Eindruck, dass es den Plan nicht komplett verworfen hatte und es bei besseren Bedingungen erneut versuchen wird. Sieben Ramsauer Bergretter waren bis 13 Uhr im Einsatz.