· Pressemitteilung

Michael Armstorfer bleibt Vorsitzender der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Freilassing-Ainring – Martin Gebert wird neuer Stellvertreter

Kreis-Wasserwacht-Vorsitzende Sabrina Schauer (rechts) und Ortsgruppenvorsitzender Michael Armstorfer (links) zeichneten (von links) Barbara Leder und Maria Krinke für 25 und 40 aktive ehrenamtliche Dienstjahre in der BRK-Wasserwacht aus.
Die neue Vorstandschaft für die kommenden vier Jahre: Vorsitzender Michael Armstorfer (rechts), sein neuer Stellvertreter Martin Gebert (links), Technischer Leiter Florian Graf (Zweiter von rechts) sowie Jugendleiterin Barbara Leder und ihr Stellvertreter Willi Springer.
Die Ehrenamtlichen der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Freilassing-Ainring haben ihren Vorsitzenden Michael Armstorfer für die kommenden vier Jahre im Amt bestätigt.
Florian Graf bleibt auch die kommenden vier Jahre Technischer Leiter.
Barbara Leder bleibt weiterhin Jugendleiterin.
Wasserwacht-Urgestein Peter Graf leitete den Wahlausschuss.
Andreas Leder kandidierte nicht mehr als stellvertretender Vorsitzender.
Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl zeigte sich begeistert von der Arbeit der BRK-Wasserwacht im Kampf gegen den Ertrinkungstod und sagte eine 7.000-Euro-Finanzspritze der Stadt zu.
Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl zeigte sich begeistert von der Arbeit der BRK-Wasserwacht im Kampf gegen den Ertrinkungstod und sagte eine 7.000-Euro-Finanzspritze der Stadt zu.
Surheims Feuerwehrkommandant Harald Langwieder bedankte sich im Namen aller Feuerwehren bei der BRK-Wasserwacht für die kameradschaftliche Zusammenarbeit und ihr ehrenamtliches Engagement.
Wasserwacht-Kreisvorsitzende Sabrina Schauer gratulierte der neuen Vorstandschaft und zeichnete verdiente Ehrenamtliche für jahrzehntelanges Engagement aus.

FREILASSING (ml) – Die Ehrenamtlichen der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Freilassing-Ainring leben und pflegen ein gutes Miteinander von Alt und Jung und haben nach dem vor vier Jahren vollzogenen Generationswechsel bei der Jahreshauptversammlung im Rotkreuzhaus ihren Vorsitzenden Michael Armstorfer für die kommende Amtsperiode wiedergewählt; als neuer Stellvertreter kommt Martin Gebert hinzu, der in die Fußstapfen von Andreas Leder tritt, der nicht mehr kandierte, in Zukunft aber weiterhin als Kassier die Finanzen der Ortsgruppe kontrollieren wird. Florian Graf und Tobias Krinke bleiben Technische Leiter und Barbara Leder teilt sich mit ihrem Stellvertreter Willi Springer die Jugendleitung. 

64 Kinder lernen schwimmen
2024 haben 64 Kinder in sechs Kursen bei der Wasserwacht das Schwimmen gelernt. Armstorfer zeigte sich dankbar, dass durch die über Jahrzehnte konstante Präventionsarbeit vor Ertrinkungsunfällen mit jährlich rund acht Anfänger- und Rettungsschwimmkursen 2024 wirklich wenig passiert ist und keine intensiven Einsätze waren und lobte die besonders engagierten Schwimmausbilder Maria Krinke, Tanja Hager, Heidi Herzog, Michaela und Benno Kuchlbauer stellvertretend für alle ihre Kameraden als potenzielle Lebensretter. Pro Jahr bilden sie im Schnitt 80 Freischwimmer und 40 Rettungsschwimmer aus und konnten 2024 diverse Abzeichen abnehmen, darunter 112 Seepferdchen, 49 Seeräuber, 36 Schwimmabzeichen in Bronze, 49 in Silber und 9 in Gold, 11 Rettungsschwimmabzeichen in Bronze, 47 in Silber und eines in Gold.

Ehrenamtliche und Bezahlte leisten nebeneinander Dienst
Trotz der oft durch Nebenjobs knappen Freizeit freut sich die Wasserwacht über stabile, auf 185 leicht angestiegene Mitgliedszahlen, darunter 23 aktive Einsatzkräfte. Einige Ehrenamtliche der BRK-Wasserwacht arbeiten heuer privat als Schwimmhelfer im Freibad Ainring, was der Vorsitzende nicht bewerten will, aber durchaus Zündstoff für Konflikte haben könnte, da sie mit ihrer kostenlos in der Organisation erworbenen Grundausbildung, die die Wasserwacht im Schnitt pro neuem Helfer 3.600 Euro kostet, nun Geld verdienen, während die Freiwilligen weiter gratis Wachdienst und Schwimmausbildung machen: „In der Praxis heißt das, dass ehrenamtliche Helfer an der Wachkabine sitzen und auf ihre Kameraden blicken, die für die gleiche Arbeit finanziell entlohnt werden. Das ist weder Kritik an den Helfern noch an der Gemeinde, die uns finanziell mit Sonderbudgets immer wieder großzügig unterstützt, das sind nur die Fakten. Ehrenamtliches Engagement ist anscheinend zum Luxus geworden; das muss man sich leisten können.“

Fast 100.000 Euro für Fahrzeuge und Kleidung
Aktuell muss die BRK-Wasserwacht fast 100.000 Euro Spenden und Zuschüsse für zwei altersschwache Fahrzeuge, einen Bootsanhänger und neue Dienstkleidung sammeln, wobei sie viele Gespräche geführt, einen Finanzierungsplan aufgestellt und im Februar die Stadt, die Gemeinden und vorerst 80 regionale Firmen angeschrieben hat, von denen bereits knapp zehn Prozent gespendet haben. Armstorfer: „Wir können nur höflich und respektvoll Eure weitere Unterstützung ersuchen. Wir sind keine Politiker, die Wasserwacht ist kein Unternehmen. Wir wollen nur unser Ehrenamt fortführen!“

Den Ersatz für das mittlerweile 20 Jahre alte Wasserrettungsfahrzeug (120.000 Euro) und den 25 Jahre alten Bootsanhänger (15.000 Euro) finanziert ohne die zusätzliche Ausstattung (13.000 Euro) eigentlich komplett der Freistaat Bayern, aufgrund einer organisationsinternen Regelung muss die Ortsgruppe aber zehn Prozent (13.500 Euro) der Gesamtkosten selbst zahlen, mit der andere strukturschwächere Wasserwachten in Bayern finanziell unterstützt werden. Aufgrund ihres 180 Quadratkilometer großen Einsatzgebiets mit fast 42.000 Einwohnern und mehreren Flüssen, Bächen, Seen, Weihern und Bädern betreibt die Freilassinger Wasserwacht seit 2010 ein bald 18 Jahre altes zweites Fahrzeug, damit bei einem Alarm keine lebensrettende Zeit vergeht, die erste Mannschaft sofort mit dem Rettungsfahrzeug losfahren kann und später an der Wache ankommende Einsatzkräfte ebenfalls noch ausrücken können. Dieser Kleinbus hat das Ende seiner Lebenszeit erreicht und kostet mittlerweile durch die vielen Reparaturen so viel, dass die Ortsgruppe langfristig bis Ende 2026 weitere 65.000 Euro für einen Nachfolger investieren muss.

8.000 Euro fallen für Einsatzkleidung an, da die BRK-Wasserwacht überregional keine Teilnehmer mehr auf Lehrgängen zulässt, die nicht die einheitliche dunkelrote Kleidung tragen; Freilassing-Ainring hatte wie viele andere Ortsgruppen in ganz Bayern seit 2012 eigentlich individuelle Kleidung in leuchtroten Farben beschafft, da die dunkelrote Kleidung nicht die Warn- und Schutzfunktionen bei Einsätzen im Straßenverkehr erfüllt, muss sie nun aber wieder notgedrungen austauschen. 

Auf den ersten Blick in der Summe sehr viel Geld, Armstorfer gibt aber eigene Kosten der Ortsgruppe von rund 140.000 Euro für einen Zeitraum von fast 20 Jahren an und betont, wie nachhaltig die Freiwilligen mit viel Achtsamkeit und jährlich hunderten Stunden ehrenamtlicher Eigenleistung in ihrer Freizeit wirtschaften: „Über die Jahre haben unsere Vorgänger uns gelehrt, Material mit Bedacht zu nutzen und zu pflegen. Unzählige Stunden wurden investiert, um auch unsere Boote und Fahrzeuge einsatzbereit zu halten.“ Ein weiteres leidiges, bisher ungelöstes Thema sind die fehlenden Parkplätze rund um das Freilassinger Rotkreuzhaus, was über die Jahre vielen der Ehrenamtlichen Strafzettel am Privatauto beschert hat und sich voraussichtlich auch nicht entspannen wird: „Wir können nur hoffen, dass bei diversen zukünftigen Bauprojekten in der unmittelbaren Nähe vielleicht ein oder zwei Parkplätze für uns übrigbleiben werden!“

13 sehr engagierte Jugendliche
Derzeit engagieren sich 13 Jugendliche in der Freilassinger Wasserwacht, für die 2024 34 Ausbildungsabende mit Erster Hilfe, Wasserrettung und Schwimmtraining stattfanden. Jugendleiterin Barbara Leder organisierte darüber hinaus eine Bootsfahrt auf der Saalach, ließ die Junior-Wasserretter bei der Absicherung des Feldkirchener Triathlons durch 14 Einsatzkräfte mit zwei Booten am Brötzner Weiher und beim Ferienprogramm mithelfen und auf Einladung des Österreichischen Jugendrotkreuzes ein Zeltlager mit Lagerfeuer und Stockbrot auf der Loferer Alm erleben: „Wir sind sehr stolz auf Euch und freuen uns, dass Ihr mit so viel Ehrgeiz, Freude und eigenen Ideen mitarbeitet und dabeibleibt, denn Ihr seid die Einsatzkräfte von morgen!“ „Interessierte Neue sind jeden Mittwoch ab 19 Uhr auch beim Dienstabend der Erwachsenen herzlich willkommen!“, betonte der Technische Leiter Florian Graf, der von einem ruhigen Jahr mit nur drei Einsätzen der mobilen Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) und 18 Erste-Hilfe-Leistungen beim Wachdienst (106 Stunden) in den Freibädern in Ainring und Freilassing erzählte. Trotzdem kamen in allen Aufgabenbereichen insgesamt 2.678 ehrenamtlich geleistete Stunden zusammen. Sein Stellvertreter Tobi Krinke schloss seinen langwierigen Lehrgang zum Rettungstaucher der Stufe 2 ab. Am 14. Januar 2024 fand mit der Ortsgruppe Laufen-Leobendorf eine gemeinsame Eisübung am Ausee statt, wo dann knapp ein Jahr später eine 13-Jährige einbrach und mit Hilfe eines couragierten Ersthelfers glimpflich davonkam (wir berichteten). Als etablierte Rettungsorganisation nahm die Freilassinger Wasserwacht an mehreren Festen teil, darunter die Segnung der neuen Wachhütte am Abtsee, 70 Jahre Stadt Freilassing, 100 Jahre Bergwacht Freilassing und 150 Jahre Feuerwehr Saaldorf und Feuerwehr Surheim. 

Vertreter der Stadt, der Gemeinden und der befreundeten Einsatzorganisationen bedankten sich als Gäste der Jahreshauptversammlung persönlich für das gesellschaftliche Engagement und die kameradschaftliche Zusammenarbeit; Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl, Feuerwehrkommandant Harald Langwieder und Kreis-Wasserwacht-Vorsitzende Sabrina Schauer stellvertretend für ihre Kollegen auch in Grußworten, wobei Hiebl insbesondere seinen Respekt für die Präventionsarbeit in der Schwimmausbildung betonte und zugleich bedauerte, dass die Ehrenamtlichen auch noch Spenden sammeln müssen, um ihre Arbeit überhaupt finanzieren zu können. Er sicherte eine 7.000-Euro-Finanzspritze der Stadt Freilassing zu und zeigte sich guter Dinge, dass auch bei den gestiegenen Eintrittspreisen fürs Badylon eine Lösung für Schwimmkurse und Training der Einsatzkräfte möglich sei. Auch Ainrings dritter Bürgermeister Martin Strobl will die ehrenamtliche Rettungsorganisation nicht im Regen stehen lassen und ist guter Dinge, dass seine Gemeinde einen Teil der Kosten trägt.