BAD REICHENHALL (fk/ml) – Die Ehrenamtlichen der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Bad Reichenhall haben ihre Vorstandschaft für die kommenden vier Jahre neu gewählt: Siegfried Hauber und Alexandra Nitzinger bleiben Vorsitzende. Franziska Kornes kandidierte nicht mehr als Technische Leiterin und übergab ihr Amt an ihren bisherigen Stellvertreter Lukas Moltke, der in Zukunft durch seinen neuen Stellvertreter Daniel Bender unterstützt wird. Julia Gierl und Nadine Moltke bleiben weiterhin Jugendleiterinnen und bekommen in Zukunft Verstärkung durch Korbinian Hauber. Barbara Paul-Kabelitz kümmert sich weiterhin als Kassenwart um die Finanzen der Wasserwacht.
5.300 ehrenamtliche Stunden und fünf SEG-Einsätze
Die mobile Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) der Reichenhaller Wasserwacht rückte 2024 zu fünf Einsätzen aus. Der neue uns bisherige stellvertretende Technische Leiter Lukas Moltke berichtete von mehr als 5.300 ehrenamtlich geleisteten Stunden im Wachdienst am Thumsee und am Höglwörther See (785), bei Sanitätsdiensten (Osterspaß in der Therme, Höglwörther See Triathlon, Thumsee brennt) und SEG-Einsätzen (230), in der Ausbildung (980), im Schwimmtraining (1.239), bei öffentlichen Veranstaltungen (230) und im Jugendzeltlager (1.700). In der kommenden Wachsaison kann die Reichenhaller Wasserwacht auf drei neue Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst, zwei neue Fließwasserretter, einen Truppführer und zwei neue Wachleiter zählen. Die aktive Mannschaft ist durch fünf Mitglieder aus der Jugendgruppe und vier weitere erwachsene Quereinsteiger stärker geworden, die nun ihre Ausbildungen durchlaufen und zu aktiven Einsatzkräften ausgebildet werden.
Vorsitzender Siegfried Hauber blickte auf die Meilensteine der vergangenen Amtsperiode zurück, die 2021 zunächst noch von der Pandemie geprägt war, im selben Jahr aber auch vom Einsatz des Wasserrettungszugs Oberbayern bei der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal, dem Hochwasser im inneren Landkreis und der kirchlichen Segnung und Indienststellung des neuen Wasserrettungsfahrzeugs. Mehr oder minder in einer Nacht- und Nebelaktion zog die BRK-Wasserwacht dann nach jahrelanger Suche in den letzten Apriltagen 2022 von der Reichenhaller Frühlingstraße in eine neue Unterkunft in die Ahornstraße nach Piding um, da das alte Gebäude vom Eigentümer für einen Neubau abgerissen werden sollte und deshalb auch der Mietvertrag nicht mehr verlängert wurde. Die neue Halle wurde dann im September eingeweiht und kirchlich gesegnet. Da die BRK-Wasserwacht ihr altes Einsatzfahrzeug zusätzlich zum Nachfolger behalten hatte und deshalb im neuen Gebäude mehr Platz braucht, muss sie seitdem jährlich 5.000 Euro zusätzlich an Spenden sammeln, um die Mehrkosten zu decken. „Die Suche nach Unterstützern hat immer wieder Früchte getragen; hierfür wollen wir uns ausdrücklich mit der Hoffnung auf weitere zukünftige Spenden bedanken!“, lobte Hauber, der auch das mehrtägige Fest zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Piding hervorhob: „ Wir konnten es 2024 in vollen Zügen genießen und nahezu vollständig begleiten!“
85 Kinder und Jugendliche
Jugendleiterin Julia Gierl zählt aktuell 42 Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren, die 2024 regelmäßig im Schwimmtraining ihre Technik und Kondition verbessert haben; Höhepunkte der Kindergruppe waren der Besuch in der Wasserrettungshalle Piding und eine Müllsammelaktion am Thumsee. 43 Jugendliche im Alter zwischen zehn und 16 Jahren sind in der Jugendgruppe durch regelmäßiges Schwimmtraining, monatliche Ausbildungen und Wachdienst-Praktikum an den Badeseen kontinuierlich an den aktiven Dienst als Einsatzkraft herangeführt worden. Höhepunkte für sie waren in den Sommerferien Raften auf der Saalach mit Organisator Günter Eisenschink und ein gemeinsames Zeltlager mit der Ortsgruppe Berchtesgaden am Waginger See. Für alle Kinder und Jugendlichen fand dann eine Weihnachtsfeier auf der gemieteten Eisfläche an der Alten Saline statt.
Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung dankte den ehrenamtlichen Wasserrettern im Namen der Stadt und aller Bürger für ihr freiwilliges Engagement und gratulierte den neu und wieder Gewählten zu ihrer Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Der neue Reichenhaller Feuerwehrkommandant Ralf Wichter, Polizeichef Peter Huber und Kreis-Wasserwacht-Vorsitzende Sabrina Schauer dankten der Reichenhaller Wasserwacht für die kameradschaftliche Zusammenarbeit bei Vorsorgediensten und Einsätzen und lobten ihren Dienst für die Allgemeinheit. Bergwacht-Bereitschaftsleiter Stefan Strecker, der als Berufssoldat bei der Bundeswehr arbeitet, bedankte sich für das gute Miteinander in der gemeinsamen Canyon-Rettungsgruppe von Berg- und Wasserwacht und überreichte eine 2.000-Euro-Spende aus dem Erlös der Bundeswehr-Stallweihnacht.
Eintritt ins Familienbad ist plötzlich erneut teurer geworden
Jugendleiterin Julia Gierl bedauerte sehr, dass die Eintrittspreise für das Familienbad an der Rupertustherme im Oktober 2024 von zuletzt 3,50 Euro plötzlich ohne Vorankündigung auf mittlerweile 4 Euro weiter angestiegen sind. Der 80-jährige Georg Winkler ist seit einem halben Jahrhundert in der BRK-Wasserwacht aktiv und regte am Ende der Jahreshauptversammlung wie bereits im Vorjahr an höherer Stelle eine alternative Preisgestaltung bei den Eintrittsgeldern fürs wöchentliche Schwimmtraining an, die die vor allem über Spenden finanzierte Rotkreuz-Gemeinschaft in der Summe übers Jahr sehr belasten; ein angemessener Rabatt sollte seiner Ansicht nach den öffentlichen Auftrag der ehrenamtlichen Rettungsorganisation im Kampf gegen den Ertrinkungstod bei Einsätzen und in der Prävention mehr würdigen: „Wie kann es sein, dass ihr uns alle immer wieder für unsere ehrenamtliche Arbeit lobt, aber wir das Schwimmtraining aus unserer eigenen Tasche selber finanzieren müssen, obwohl wir das alles vor allem nur deshalb machen, damit wir fit bleiben und andere Menschen im Notfall nicht im Wasser sterben? Als das Schwimmbad in der Münchner Allee noch war, haben wir von der Stadt Karten bekommen. Ich als Rentner kann mir den Eintritt zwar leisten, für junge Leute mit mehreren Kindern wird’s aber gleich mal finanziell eng!“ Seit Winklers Anfangszeiten hat sich der Eintrittspreis für Vereinsmitglieder von damals 50 Pfennigen auf mittlerweile 4 Euro rund verachtfacht; die BRK-Wasserwacht kompensiert seit Jahren mit eigenem Geld, das zwar für andere wichtige Ausgaben wieder fehlt, aber letztlich erfolgreich verhindert, dass Familien mit mehreren Kindern ihren Nachwuchs nicht mehr beim Training mitmachen lassen, weil der Eintritt übermäßig ihr Budget belasten würde.
Für langjährigen ehrenamtlichen Dienst zeichnete (von links) Ortsgruppenchef Hauber Günter Eisenschink (30 Jahre), Daniel Bender (10), Laura Simon (5), Georg Winkler (50), Christian Hausmann (30), Christian Abel (50), Julia Wedel (15) und Enrico Keye (20) aus. Auf den Foto fehlen Christian Eisenschink ( 30) und Andreas Mayer (55).